Pfälzerwald-Verein Lemberg e. V.

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Vereinsgeschichte

 

 

Die Ortsgruppe Lemberg des Pfälzerwald-Vereins wurde am 16.11.1908 gegründet. (Schauen Sie sich hierzu das Gründungsprotokoll (oben zum Download) an!)

Bereits im Jahr 1911 wurde vom Verein am Klosterbrunnen die erste Schutzhütte aus Holz errichtet, die im Jahre 1950, ein Jahr nach dem Wiederbeginn nach dem 2. Weltkrieg, aus Stein erneuert und im Laufe der Jahre immer wieder renoviert wurde.

Im Jahre 1997 wurde vom Verein eine Gedenktafel an der Hütte errichtet, die auf den Ursprung des „Klosterbrunnens“ hinweist.

Der Klosterbrunnen diente bis in die 70er Jahre als Ausrichtungsort des Grumbeerbrodens, das sich von einer internen „Sternwanderung“ zur beliebten öffentlichen Veranstaltung entwickelte und später dann bis vor wenigen Jahren an der Freizeithalle ausgerichtet wurde.

Im Jahre 1932 wurde eine Trachtengruppe gegründet, die den Volkstanz, das Volks­lied, die Mundart und das Laienspiel pflegte - auch mit Mundartgedichten und Einaktern von den Mitgliedern Theo Kästner und Emma Müller.

Von der Trachtengruppe wurden zahlreiche Trachtentreffen und „Johannisfeiern“ in Lemberg ausgerichtet.
Sie stand 40 Jahre unter der Leitung von Theo Kästner.

Ein würdiger Nachfolger in der Leitung der Trachtengruppe wurde der langjährige Vortänzer Karl Kästner, der gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden Reinhold Klan an Ostern 1976 eine Jugend-Trachtengruppe gründete.

Einer der Höhepunkte der Trachtengruppe war die Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz bei der Verabschiedungsveranstaltung von Prof. Dr. Karl Carstens 1984 in Berlin, die Teilnahme bei den 40-Jahr-Feiern des Grundgesetzes und der Bundesrepublik Deutschland.

Als eine der schönsten Trachten in Süddeutschland wurde die Tracht mit dem „Kurmark-Förderpreis“ ausgezeichnet.

Anlässlich des 50jährigen Jubiläums wurde an Pfingsten 1982 an 4 Tagen ein Internationales Trachtenfest ausgerichtet.

Beim 60jährigen Jubiläum wurde im Offenen Kanal ein Werbefilm ausgestrahlt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden auch Brauchtumsveranstaltungen wie Winterfeier, Jokobsmusik, Sonnwendfeier und Grumbeerebrode ins Leben gerufen, die bis vor wenigen Jahren auch noch bei uns begangen wurden.

Auf Initiative des damaligen 1. Vorsitzenden Theo Kästner kam im Jahre 1950 die Burgruine Lemberg in den Besitz der Gemeinde Lemberg zurück und wurde durch den Pfälzerwald-Verein mit viel Idealismus der Mitglieder aus dem „Dornröschenschlaf“ geweckt.

Der Burgkeller wurde in jahrelanger Eigenarbeit, für die viele Vereinsmitglieder den größten Teil ihrer Freizeit opferten, zur „Burgschänke“ ausgebaut und dient seither als beliebtes Ausflugsziel für viele Wanderer als eine willkommene und gemütliche Einkehrmöglichkeit.

Dem langjährigen Vorsitzenden Theo Kästner folgte Wilhelm Müller. Auch er hatte großes Interesse am Ausbau der Burgschänke als Rasthaus für Wanderer. Unter ihm wurde der Aufgang zur Burg als Straße ausgebaut.

Unter der Regie des Vorsitzenden Reinhold Klan wurden im Jahre 1975 ein Anbau für die Küche und die neue Toilettenanlage ebenso wie eine neue Wasserleitung durch die Mitglieder gebaut. Dies war der Grundstock für den weiteren Ausbau der „Burgschänke“ als beliebtes Ausflugsziel.

Durch die erforderliche Renovierung des baufällig gewordenen Daches über der Burgschänke wurde 1984 unter der Leitung des Vorsitzenden Heiner Müller ein großer Raum im Dachgeschoß und ein „Kaminzimmer“ über der ehemaligen Küche errichtet.

Der neu gewonnene Raum wurde jedoch erst, nachdem sich die finanzielle Situation des Vereins nach diesem Großprojekt erholt hatte, unter der Leitung der ersten weiblichen Vorsitzenden, Herta Müller, ausgebaut. Er wurde mit viel Liebe und Idealismus der Mitglieder zum Gruppenraum für interne Veranstaltungen des Vereins ausgebaut und durch die zahlreichen Geschenke an die Trachtengruppe, die hier ausgestellt wurden, geschmückt.

Im Jahre 1967 wurde mit dem „Club Vosgien“ in Lemberg/Moselle eine Partnerschaft geschlossen. Seit dieser Zeit pflegen beide Wandervereine durch gemeinsame Wanderungen in Lothringen und der Pfalz die Völkerverständigung. Anlässlich des 30jährigen Jubiläums wurde die Partnerschaft im Gruppenraum in der „Burgschänke“ mit einer zweisprachigen Urkunde offiziell zwischen den beiden Vereinen besiegelt. Unterzeichnet wurde die Urkunde von Jean-Marie Gross, als Vorsitzender des Vogesenclubs, und Rudi Lützel als Vorsitzender des Pfälzerwald-Vereins. Bei dieser Partnerschaftsfeier wurde auch der Initiator der Partnerschaft, André Neiter, zum Ehrenmitglied ernannt. 

Über all die Jahre kam das Wandern nie zu kurz. Bei diesen Wanderungen wird auch immer das Ziel, die Heimat kennenzulernen, verfolgt. So stehen „Grenzsteinwanderungen“ um die Lemberger Gemarkung ebenso auf dem Programm wie lehrreiche Wanderungen im Schwarzwald, im Saarland oder in anderen Wanderregionen im In- und Ausland (Luxemburg, Österreich, Schweiz). Hierzu haben die jeweiligen Wanderwarte wie z.B. Rudi Lützel, Hans Schweizer, Adolf Kuntz oder Anita Wenzel einen wesentlichen Anteil beigetragen. Aber auch den vielen Wanderführern gebührt der Dank für Ihren Einsatz, denn ohne sie könnten diese Wanderungen nicht stattfinden. 

Damit auch die Bewohner und Gäste in Lemberg wandern können, werden die Markierungen des PWV und die örtlichen Markierungen von unserem Verein vorbildlich gepflegt; und am Wanderparkplatz „Burgruine“ wurde eine Infotafel mit den Wegstrecken und deren Markierung aufgestellt. Das ansprechende Gerüst hierfür wurde von Hans Schweizer gebaut. Die hervorragende Markierungsarbeit des Markierungswartes Rudi Lützel wurde 1990 mit dem Wasgau-Preis prämiert. 

Als Herta Müller aus gesundheitlichen Gründen 1999 ihr Amt als Vorsitzende zur Verfügung stellen musste, folgte Reinhard Stock, der die Geschicke des Vereins vier Jahre lenkte. 

Ihm folgte 2003 Dieter Groß. In seiner Amtszeit durfte der Verein auf sein 100jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses besondere Ereignis wurde nach einer intensiven Vorbereitungszeit von über einem Jahr im Juni in Verbindung mit der Landes-Johannisfeier des Verbandes und einem Wandertreffen der benachbarten Ortsgruppen bei strahlendem Wetter in einem würdigen Rahmen gefeiert. 
Im Rahmen unseres Jubiläums wurde uns die "Eichendorff-Plakette" überreicht (s. Bild unten), die als höchste staatliche Auszeichnung in der Bundesrepublik Deutschland Gebirgs- und Wandervereinen verliehen wird, die mindestens 100 Jahre bestehen und sich in besonderer Weise um die Pflege und Förderung des Wanderns, des Heimatgedankens und des Umweltbewußtseins verdient gemacht haben.

Funktionsträger des Vereins brachten sich in besonderer Weise für den Verein ein, was folgende Ehrungen beweisen: 

1981 bereits wird der langjährige Vorsitzende Theo Kästner mit der Verdienstnadel des Landes für seine herausragenden Verdienste als PWV-Vorsitzender und Ehrenmitglied des Verbandes für Volkstum und Heimat in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. 

2003 richtet die Trachtengruppe in Zusammenarbeit mit dem Verband für Volkstum und Heimat in Rheinland-Pfalz (Dachverband der Trachten- und Brauchtumsgruppen) einen Trachtenball in der Freizeithalle aus. Dabei werden Volks- und Gesellschaftstänze von 2 Kapellen aufgespielt. Elke Sommer wird dabei zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt. 

2005 wird Rudi Lützel für seine Verdienste um die Ortsgruppe mit der Silbernen Ehrennadel des PWV Hauptvereins ausgezeichnet. 

Diese Auszeichnung erhielt bei der Jubiläumsveranstaltung im Juni 2008 auch Elke Sommer. 

Ein kurzer Überblick über die bisherigen 1. Vorsitzenden des PWV: 

 1908 – 1909

 Oswald Wenz

 1909 – 1932

 Jakob Kästner

 1932

 Karl Kästner jun.

 1932 – 1933

 Willi Stretz

 1933 – 1973

 Theo Kästner

 1975 – 1977

 Reinhold Klan

 1977 – 1993

 Heinrich Müller

 1993 – 1999

 Herta Müller

 1999 – 2003

 Reinhard Stock

 2003 – 2011

 Dieter Groß

 seit 2011

 Carola Graf


Diesen Vorsitzenden und den dazugehörigen Vorstandsmitgliedern gilt der Dank des Vereins für die geleistete Arbeit, auch in schwierigen Zeiten.


Ohne sie und die vielen engagierten Mitglieder hätten wir 2008 nicht unser 100jähriges Bestehen feiern können.