Im Wandel der Zeit



In den 110 Jahren, die unsere Ortsgruppe nun besteht, hat sich einiges verändert. Das Miteinander, der Umgangston und das gemeinsame Wandern sind lockerer und leichter geworden. In vergangenen Jahrzehnten wurde allerdings mehr und öfter miteinander gefeiert und auch unabhängig von den Monatswanderungen Zeit miteinander verbracht. Ganze Familien waren aktiv, und das Entstehen echter Freundschaften war keine Seltenheit.
Heutzutage wird in der Vereinsarbeit auch fast alles mithilfe eines Computers erledigt: Schriftverkehr erfolgt meist per Email; Briefe und andere Dokumente werden nicht mehr an der Schreibmaschine, sondern am PC getippt; Fotos werden auf der Festplatte gespeichert - und auch die Wanderpläne werden von uns als Word-Datei für den Druck fix und fertig gestaltet und vorbereitet. Optisch haben die gedruckten Wanderpläne von heute daher fast keine Ähnlichkeit mehr mit den Seiten eines Buches. Die Schriftart geben wir auf dem Computer vor, und das Papier ist modern geworden.

Aber erinnern wir uns auch daran, wie das alles früher war? Lassen Sie uns mal einen Blick draufwerfen!...
 

 

Hier sehen Sie Jakob Kästners Exemplar des Wanderplans von 1924!

Fein säuberlich mit der Schreibmaschine getippt (und das für jedes einzelne Mitglied!), ausgeschnitten, auf ein Stück handliche Pappe geklebt - einfach, zweckmäßig, aber mit viel Arbeit verbunden!
Beachtlich sind allerdings auch die jeweiligen Streckenkilometer, die ganz rechts aufgeführt sind. Wären wir heute noch in der Lage, an einem Tag 42 km zu gehen?...

 

 

1927 wurde der Wanderplan bereits von einer Druckerei angefertigt. Grundlage für diesen Druck war sicherlich eine mit Schreibmaschine getippte Auflistung der Wanderungen ohne jede Vorgabe, was die Gestaltung angeht.

Schaut man genauer hin, dann besticht allerdings nicht nur die verwendete schnörkelige Schrift, sondern man staunt auch über die Streckenlängen und die Abmarschzeiten am sehr frühen Morgen! Wer von uns wäre heute bereit, um halb fünf in der Früh aufzubrechen?

 


 

Der Wanderplan von 1949 (dem ersten Jahr nach dem Krieg, in dem Vereine wieder aktiv werden durften) sah dem heutigen Plan schon sehr ähnlich. Er enthielt auch bereits Hinweise an die Wanderer, wie sie sich im Wald benehmen und wie sie ihn schützen sollten.

 


Beachtenswert: Erstmals wurden im Wanderplan von 1952 auch weibliche Wanderführer eingesetzt!
Ansonsten fällt auf, dass die Hinweise an die Wanderer deutlicher als Anweisungen formuliert wurden. Ob die Disziplin der Wanderfreunde da in den Jahren zuvor wohl zu wünschen übrig gelassen hatte?...
Man beachte vor allem die Passage "Wer sich eigenwillig von der Gruppe entfernt, geht [...] der Wanderung verlustig!" Wie oft ging wohl solch ein Eigenwilliger als Wanderer verloren?...

 

 

Im Wanderplan von 1960 wurden die Anweisungen an die Wanderer noch strenger! Nicht nur, wer sich von der Gruppe entfernte, "ging seiner Wanderung verlustig", sondern auch der, der vor dem Spitzenführer lief. Offenbar war dies eine Art des Ungehorsams, den vor allem die Jugend von damals zeigte.

 

 

 


 

Im Wanderplan von 2018 erkennt man die moderne, schlichte Schriftart. Kein Schriftsetzer war hier mehr am Werk. Die Word-Vorlage wurde 1:1 "einfach so" ausgedruckt.
Auch hat man mittlerweile die Hoffnung aufgegeben, die Wanderer mit Ermahnungen und dem Hinweis auf die Gefahr verlustig gehender Wanderungen zu zügeln. Meistens (aber nur meistens!) gelingt es auch ohne diesen Hinweis, alle Wanderer problemlos wieder mit nach Hause zu bringen...


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